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Alles aus zwei Händen: Trennung von Dienstleistung und Assets als Sourcing-Strategie

In einem „Hybrid Managed Service“ bezieht der Kunde die für den IT-Service erforderlichen IT-Assets formal nicht vom Provider, sondern von einem Technologie-Manager.

Ein ständig wachsender Anteil von IT-Services wird heute von den IT-Abteilungen, aber auch fallweise von Fachabteilungen als Managed Services eingekauft. Im Rahmen solcher Services müssen Provider IT-Assets für den Kunden beschaffen und einsetzen. Je nach Kundengröße kann das einen beträchtlichen Umfang erreichen. Auch sehr große Provider greifen dann auf Finanzierungs- und  insbesondere Leasingkonstrukte zurück, um ihre Liquidität zu sichern. Daraus ergeben sich für den Kunden allerdings neue Risiken.

Das Risiko der Konformität zu Bilanzierungsrichtlinien wird in der Regel vertraglich abgesichert. Besonders unangenehm an diesem Risiko bleibt aber, dass ein weiterer unabhängiger Player die Konformität im Verlauf der Vertragslaufzeit in Frage stellen kann: Der Wirtschaftsprüfer des Kunden. Um sich gegen ein Provider-Ausfall-Risiko zu schützen, möchten Unternehmen sich die Weiternutzung der bereitgestellten Assets für den Fall sichern, dass der Provider organisatorisch oder kommerziell betrachtet ausfällt. Je kleiner und spezialisierter der Provider, desto größer kann dieses Risiko sein.

Zu den möglichen Nachteilen von umfassenden Managed-Services-Modellen gehören aber noch weitere finanzielle und operative Faktoren. Zum einen geben Provider ihre Finanzierungsrisiken selbstverständlich an den Kunden weiter – in Form von Risikoaufschlägen, die einen erheblichen Umfang erreichen können. Allein die Einsparung dieser Zuschläge ist Motivation genug, andere Modelle zur Finanzierung zu erwägen. Dabei ist klar: Der Kunde möchte und kann sich nicht mehr selbst um die Beschaffung und die Verwaltung von IT-Assets kümmern. Er will die steuerlich und wirtschaftlich optimierte Gestaltung von Finanzierungsmodellen in der Regel Spezialisten überlassen.

Teures Versäumnis

Die Frage der künftigen Eigentumslage und Finanzierung der Assets ist also gerade vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von Managed Services und Cloud Services eine strategisch und wirtschaftlich relevante Frage. Trotzdem wird sie bislang bei der Entwicklung von Sourcing-Strategien häufig vernachlässigt. In der Umsetzung holt das die Unternehmen dann immer wieder ein und führt zu übereilten Entscheidungen. Denn auch die Frage der Asset-Finanzierung will sorgsam überdacht sein, regelmäßig sind andere Unternehmenseinheiten wie beispielsweise das Controlling bei der Bewertung einzubinden, ob Kauf oder Leasing für das auslagernde Unternehmen vorteilhaft sind. Daneben sind immer wieder allgemeine Bilanzierungsvorgaben zu beachten, etwa die strikte Vorgabe, die Anlagenbuchhaltung von gekauften Assets frei zu halten („off balance“). Wer diese Aspekte nicht schon zum Gegenstand der Sourcing-Strategie macht, steht zu einem ungünstigen Zeitpunkt möglicherweise unter Handlungsdruck.

Lösungsansatz "Hybrid Managed Services"

Es gibt durchaus bewährte Lösungsansätze für dieses Problem – die auf den ersten Blick die Effizienzvorteile von Managed Services zu konterkarieren scheinen. In einem „Hybrid Managed Service“ bezieht der Kunde die für den IT-Service erforderlichen IT-Assets formal nicht vom Provider, sondern von einem Technologie-Manager. Das ist in der Regel ein auf IT-Assets spezialisierter Leasinggeber – der sich aber nicht nur wie bislang um die reine Finanzierung kümmert, sondern auch um das gesamte Outsourcing-Konstrukt.

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Natürlich kann auch dieses Modell nachteilig sein: Die hybride Leistungserbringung bedingt für den Kunden zwei Vertragsverhältnisse. Die Vertragsgestaltung konzentriert sich getrennt auf die Leistungserbringung „Service“ und die Leistungserbringung „Financial“, die Zahlungsverpflichtungen laufen auseinander Zweifellos bedeutet das einen Mehraufwand – den erfahrene Sourcing-Berater in einem Wettbewerbsprozess jedoch leicht berücksichtigen können. Dem stehen deutliche Vorteile gegenüber: So lassen sich Providerwechsel einfacher und ohne Rollout bewerkstelligen. [...]

Wer in seiner Sourcing-Strategie also verstärkt auf Managed Services und Cloud Services setzt, sollte die hybride Art der Leistungserbringung als wirtschaftlich und organisatorisch belastbare Alternative frühzeitig in Betracht ziehen.

Lesen Sie den gesamten Artikel im IT-Finanzmagazin.

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