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"Das Runde muss ins Eckige" oder: Die Cloud muss in die Sourcing-Strategie

Da lesen wir es wieder: Outsourcing-Vergabevolumen werden potenziell größer. Das ist weniger wie im Fußball als vielmehr beim Ping-Pong und wer den Markt schon länger beobachtet, weiß, in der nächsten Studie wird wieder von „kleiner“ werdenden Vergabevolumina gesprochen.

Kommentar zur IDG Sourcing-Studie 2018

Da lesen wir es wieder: Outsourcing-Vergabevolumen werden potenziell größer. Das ist weniger wie im Fußball als vielmehr beim Ping-Pong und wer den Markt schon länger beobachtet, weiß, in der nächsten Studie wird wieder von "kleiner" werdenden Vergabevolumina gesprochen.

Unsere Erfahrung zeigt, je erfahrener ein Unternehmen im Outsourcing ist, desto größer sind Bereitschaft, Erkenntnis und Notwendigkeit für ein Multi-Sourcing an mehrere Spezialisten. Der Sourcing-Mix wird hybrider und kleinteiliger, nicht zuletzt durch eine Vielzahl an "Cloud"-Satelliten. Ergo: Aufeinander abgestimmte Sourcing- und Cloud-Strategien werden zu immer wichtigeren Planungsinstrumenten, eine Sourcing-Strategie ohne „Cloud-Faktor“ ist nicht mehr denkbar, ja geradezu fahrlässig.
Doch was genau treibt die Unternehmen an, warum entscheiden sie sich für Outsourcing? Waren vor einigen Jahren noch Kosteneinsparung und Standardisierung die Haupttreiber, so sehen wir heute den Wunsch nach der Verfügbarkeit von Ressourcen ganz vorne. Der demographische Wandel und die Schwierigkeit, nicht genügend eigenes Personal rekrutieren zu können, treibt zunehmend auch solche Unternehmen ins Outsourcing, die bislang alles selbst gemacht haben. Hinzu kommt der enorme Druck aus der Digitalisierung - es wird immer mehr IT (-Know-how) benötigt - doch wer kann es zur Verfügung stellen? Umso wichtiger ist die Sourcing-strategische Entscheidung und die Frage der Aufstellung: Für welche wettbewerbsdifferenzierenden und wertschöpfenden Aufgaben wird künftig eigenes IT-Personal eingesetzt, und was soll ausgelagert werden?

"Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!"

Die Studie zeigt: Nearshore-Länder wie Spanien, Portugal und Rumänien rücken in den Fokus. Doch was wissen wir wirklich über die Anbieter in diesen Ländern, ihre Qualität und Zuverlässigkeit? Wie verträgt sich das mit der Mentalität der auslagernden deutschen Unternehmen, möglichst viel beziehungsweise alles an einen in Deutschland ansässigen Anbieter zu vergeben? Die Auseinandersetzung mit Fragen der politischen und wirtschaftlichen Stabilität dieser Länder wird bei der Anbieterauswahl zunehmend bedeutender. Unsere Erfahrung zeigt: Aktuell herrscht ein Anbietermarkt, das heißt Anbieter suchen sich ihre Kunden aus – und nicht umgekehrt. Umso wichtiger wird es sein, in Auswahlprozessen nicht nur auf deutsche Anbieter zu setzen, sondern über den Tellerrand bzw. die Landesgrenzen zu schauen, der Nearshore-Navigator kann dabei helfen.

Ein Thema bleibt jedoch Dauerbrenner: Security hat nach Digitalisierung und Cloud Computing höchste Priorität in IT-Abteilungen. Gleichzeitig stellt sie die Unternehmen aber auch vor die größte Herausforderung. Da hilft nur eine genaue Analyse der vom Provider beworbenen Gütesiegel, Standards und Zertifikate für Datenschutz und Sicherheit, eine Risikobewertung sowie die Definition eines Exit-Szenarios, um im Falle des Falles die in die (Public) Cloud verlagerten Anwendungen, Daten und Prozesse jederzeit wieder zurückholen zu können. "Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu", darf hier jedenfalls als Ausrede für eine nachlässige Provider-Auswahl nicht gelten.

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