IT: Eine kostspielige „Black Box“?

Oft wird unterschätzt, wie wichtig Kostentransparenz für die Position und das Image der IT im Unternehmen ist. Interne Leistungsverrechnung sorgt für Transparenz.

Interne Leistungsverrechnung sorgt für Transparenz

Mit dem Thema Interne Leistungsverrechnung beschäftigt sich in erster Linie das Controlling. Dabei wird oft unterschätzt, wie wichtig Kostentransparenz für die Position und das Image der IT im Unternehmen ist.

Die IT führt in den Augen von Unternehmensmitarbeitern – und oft auch des Managements – ein merkwürdiges Doppelleben. Einerseits wird sie als Commodity betrachtet: Arbeitsplatzrechner mit Office-Paketen zur Verfügung zu stellen ist längst eine beliebig austauschbare Disziplin. Andererseits gilt sie als „Black Box“, wenn es an die hochkomplexen Kernsysteme geht. In jedem Fall gilt sie aber als teuer, wenn auch unumgänglich. Eine Art notwendiges Übel.

Natürlich ist das übertrieben und von Unternehmen zu Unternehmen verschieden – aber die Tendenz stimmt für die meisten größeren Firmen. Dass es in kaum einem anderen Unternehmensbereich so akzeptiert ist wie in der IT, ganze Aufgabenbereiche per Outsourcing auszulagern, scheint diese Vorurteile zu bestätigen: „Das können auch andere machen, und zwar billiger.“

Klischee hin oder her: Die Aufgaben der IT sind heute derart komplex und integraler Bestandteil aller Unternehmensprozesse, dass sie längst unternehmenskritisch geworden sind. Das Bewusstsein für diese Tatsache auch in den Köpfen der Mitarbeiter und der Unternehmensführung zu verankern, ist eine entscheidende Aufgabe, die der IT die nötigen Handlungs- und Innovationsspielräume sichert.

Eine mögliche und recht effektive Abhilfe kommt aus einem unerwarteten Bereich: dem Controlling. Die so genannte interne Leistungsverrechnung dient eigentlich der korrekten Bewertung der Wirtschaftlichkeit im Unternehmen, indem auch für die IT eine Verrechnung nach dem Verursacherprinzip vorgenommen wird. Die Transparenz, die dabei entsteht, kann der IT aber nur zugute kommen.

Sie sorgt für

  • verursachergerechte Verteilung der Kosten
  • Planungs-, Kosten- und Investitionssicherheit
  • Kostenbewusstsein im ganzen Unternehmen
  • wesentlich leichtere Identifizierung von Optimierungspotenzialen

Genauso wichtig ist dabei aber der mittel- und langfristige Effekt, die Position der IT im Unternehmen zu stärken. Denn erst vor dem Hintergrund einer korrekten Zuordnung der entstandenen Aufwände wird der aktive Wertbeitrag der IT wirklich erkennbar.

Diese Bedeutung der internen Leistungsverrechnung wird durch die aktuell voranschreitende Verlagerung von IT-Aufgaben in die Fachabteilungen sogar weiter unterstrichen. Wenn sich Mitarbeiter ihre Softwarelösungen nach dem Self-Service-Ansatz zusammenstellen können, schwindet die gefühlte Rolle der IT als „Enabler“. Gleiches gilt für die Nutzung von Cloud-Angeboten.

Die entscheidenden Wertbeiträge der IT treten so in den Hintergrund. Dazu gehören etwa das ganze Gebiet der Security und der Datensicherheit (ebenfalls als „notwendiges Übel“ wahrgenommen), die Business Continuity und nicht zuletzt den ganzen Komplex Innovation. Kurz: Die IT wird unterschätzt und dem Kerngeschäft untergeordnet. Für den Unternehmenserfolg ist aber ein Business Alignment zwingend erforderlich. Die interne Leistungsverrechnung kann hier ein erfolgversprechender Hebel sein.

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