Lizenzmanagement wird zur Kür

Rund ein Viertel der gesamten IT-Kosten gehen auf das Konto von Lizenzen und Wartung. Das quer durch die Organisation transparent und verständlich zu machen, ist ein lohnenswertes Unterfangen.

Lizenzmanagement/Software Asset Management (SAM)

Lizenzmanagement hat keine Lobby in Unternehmen. Fragen Sie die Mitarbeiter eines beliebigen Betriebs: Die gängige Meinung lautet, dass Lizenzmanagement und Software Asset Management Prozesse und Arbeitsabläufe aufblähen, die tägliche Arbeit behindern und Aufwand ohne messbaren Mehrwert erzeugen. In der IT selbst hat Lizenzmanagement erst Recht keine Lobby: Ein guter IT-Verantwortlicher will Probleme lösen, Geschäftsprozesse unterstützen, den Mitarbeitern attraktive Anwendungen anbieten. Sich um das Lizenzmanagement zu kümmern, gehört üblicherweise nicht zu den Traumjobs.  Zumal Lieferanten und Provider scheinbar alles tun, um die Lizenzbedingungen so undurchsichtig wie möglich zu machen. Fazit: Lizenzmanagement ist ein Übel – zwar ein notwendiges, aber eben doch ein Übel.

Soweit der Konsens. Das Dumme daran: Bei genauerer Betrachtung steckt im „hässlichen Entlein“ Lizenzmanagement eine Menge Potenzial und ein nicht zu unterschätzender Wertbeitrag fürs Unternehmen. Immerhin rund ein Viertel der gesamten IT-Kosten gehen auf das Konto von Lizenzen und Wartung. Das quer durch die Organisation transparent und verständlich zu machen, ist ein lohnenswertes Unterfangen. Dazu muss aus dem Federvieh aber eine Prinzessin werden. Ist das realistisch?

Auf jeden Fall reicht der neue (zugegeben: umfassendere) Begriff „Software Asset Management“ (SAM) statt Lizenzmanagement dafür nicht aus: Nur wenn Lizenzmanagement im Rahmen von Software Asset Management ganzheitlich verstanden, umgesetzt und vermittelt wird, kann es sich einen angemessenen Stellenwert erarbeiten. Das beginnt mit dem Verständnis, dass Lizenzmanagement alle im Unternehmen betrifft – nicht nur das Top-Management, sondern jeden Mitarbeiter. Gefolgt von dem Verständnis, dass Lizenzmanagement keine Schikane des Controllings darstellt, sondern eine Pflicht, weil es ursächlich auf das Urheberrecht zurückgeht.

Den Rest muss gezieltes internes Marketing leisten. Dabei ist die Aufnahmebereitschaft der Mitarbeiter durchaus nicht zu unterschätzen – ein Grundverständnis für Compliance und Kostenreduktion ist oftmals vorhanden. Entscheidend dafür ist aber der Wille zur Transparenz.  Die herstellerbedingten technischen und prozessualen Vorgaben müssen offengelegt werden – genau wie die Kosten, die bei Nichteinhaltung entstehen können. Dass sich Software Asset Management durch die komplette Infrastruktur des Unternehmens zieht, ist vielen Kollegen gar nicht bewusst: Netzwerke mit entsprechenden Firewalls, Scanner für Server- und Clientumgebungen, aber auch zentrale Services zur Userverwaltung – und vieles mehr. Wurden alternative Softwareprodukte oder Lizenzformen geprüft und verworfen? Dann sollte der Mitarbeiter das auch wissen (können).

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Hier lesen Sie den gesamten Kommentar: it-director.de

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