Managed Cloud Service Provider haben die Nase vorn

Mit wachsender Nutzung von Cloud-Lösungen werden traditionelle Managed Service Provider morgen nicht mehr benötigt. Diese Einschätzung drängt sich geradezu auf, denn längst ist "die" Cloud zum realen Baustein vieler Sourcing-Strategien in den Unternehmen geworden.

Tartan Track

Vorberichterstattung zum Service Provider Summit 2020

Mit wachsender Nutzung von Cloud-Lösungen werden traditionelle Managed Service Provider morgen nicht mehr benötigt. Diese Einschätzung drängt sich geradezu auf, denn längst ist "die" Cloud zum realen Baustein vieler Sourcing-Strategien in den Unternehmen geworden.

Selbst die für das Outsourcing regulierten Branchen wie beispielsweise Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen konsumieren ihren IT-Bedarf immer stärker aus der Cloud. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es auch hier zum "Präzedenzfall" kommt und die wirklich datenkritischen Workloads und Applikationen auf Cloud-Umgebungen betrieben werden. Und, um die in Corona-Zeiten erkannten Defizite in der eigenen Digitalen Transformation auszugleichen, dürfte der Auslagerungstrend vieler Unternehmen in Richtung Cloud noch mehr an Fahrt aufnehmen.

Sourcing-Strategien differenzierter

Doch mit dem Bezug der in der Regel hoch standardisierten und auf Massengeschäft ausgerichteten IT-Services aus der Cloud wird es in der Unternehmens-IT nicht einfacher. Im Gegenteil: Unternehmen entwickeln ihre Sourcing-Strategien zunehmend differenzierter und müssen sich auch und vor allem für Cloud-Services die Frage stellen, wer denn künftig den operativen Betrieb der Cloud-Infrastrukturen und Plattformen im Tagesgeschäft übernimmt.

Der Hyperscaler macht es ganz sicher nicht, und das Management einer Azure-Umgebung verhält sich anders als vergleichsweise bei AWS oder der Google Cloud. Hier ist also anbieter- und produktspezifisches Know-how gefragt, um zum Beispiel Account und Tenant der in die Cloud auslagernden Kunden in Form eines Serviceangebots zu verwalten. Damit eröffnen sich dann aber ganz neue, kritische Fragestellungen wie etwa im End2End-Service-Level-Management, denn die Lieferkette der Services wird mindestens um ein Glied länger. Aspekte, die sich gravierend auf den späteren Auslagerungsbetrieb auswirken können und daher zunehmend auch schon in Sourcing-Strategien adressiert und thematisiert werden.

Positionierung als Managed Cloud Service Provider

Einige der traditionellen Marktanbieter für Managed Services haben diese Lücke früh erkannt und ihre Serviceportfolien entsprechend angepasst. Das Geschäft mit der Bereitstellung eigener Rechenzentren und Hardware-Ressourcen fällt zwar in Teilen weg – zugleich kann sich hier der Provider für Managed Cloud Services gut positionieren. Die Unternehmen werden weiterhin drastisch den Grad ihrer Eigenfertigung in der IT reduzieren, das heißt für Planung, Migration und Betrieb der Cloud-Umgebungen werden zunehmend externes Know-how und technologisch versierte Kapazitäten zwingend benötigt.

Provisioning, Moving, Break and Fix von Endgeräten, LAN- und WAN-Services haben auf Dauer keinen oder nur einen sehr geringen Cloud-Anteil. Alle übrigen IT-Services sind bzw. werden grundsätzlich auch als Cloud-Service verfügbar sein. Managed Service Provider werden in diesem Umfeld mit starker Konkurrenz aus der Cloud rechnen (müssen).

Auch wenn es erste "Repatriation-Berichte" gibt, sollten Managed Service Provider jedoch nicht auf eine generelle Trendumkehr warten und hoffen. Der Markt für die klassischen Managed Services ist kleiner geworden und wird möglicherweise weiter schrumpfen. Wer sich jedoch nicht abhängen lässt und erkennt, an welchen Stellen in der Servicearchitektur die Unternehmen zusätzlichen Unterstützungsbedarf haben, hat gute Chancen neue Marktanteile zu erobern und sich dauerhaft als Managed Cloud Service Provider zu positionieren.

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